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Projekt: eine Woche mitleben
Gemeinschaft wie sie im Buch der Bücher steht ...
Was mich erwarten würde, wusste ich nicht. „Glauben, Leben und Dienen teilen“ – diese Überschrift verriet nicht viel, war aber Programm. Ich durfte eine Woche lang mit Schwestern beten, reden, speisen und arbeiten und wurde dabei mit einer Herzlichkeit empfangen, die kaum in Worte zu kleiden ist. Liebevolle Begegnungen, tiefgründige Gespräche und genug Zeit für mich allein haben diese Erfahrung zu einer ganz besonderen werden lassen. Für das grenzenlose Vertrauen in Gott, das mir auf den Weg mitgegeben wurde, bin ich unendlich dankbar.
Anna-Maria, 22 Jahre, Mitlebende im August 2011
„Ich schau mir das einfach mal an!“ Der Entschluss war recht schnell gefasst. Wie richtig er war, ist mir heute klar. Im Diakonissen-Mutterhaus in Marburg habe ich den Raum in meiner Mitte entdeckt. Ich habe seinen „Mieter“ kennen gelernt – einen sehr netten Kerl, dessen Gegenwart mir einfach gut tut. Und ein Stück weit habe ich mich sogar selbst gefunden, als ich endlich lange verborgene Worte wiederfand. Geht das alles in einer Woche? Nur, wenn vieles stimmt. Und das hat es.
Liebe Diakonissen und liebe Mitarbeiterinnen, haben Sie 1000 Dank für alles! Ich komme gern wieder, wenn ich darf, und hoffe inständig, Sie dann alle gesund wiederzusehen. Bis dahin werde ich Sie in meine Gebete einschließen.
Wenke Böhm
Im Februar 2011 erhielt ich die Möglichkeit, in Vorbereitung auf mein FSJ eine Woche lang mit den Diakonissen zu leben, arbeiten, beten, und die Bibel besser kennen zu lernen. Es war eine Woche voller Leben zwischen vielen stressigen Wochen voller Abiturstress. Ich war im Feierabendbereich tätig und habe dort bei der Altenpflege mitgeholfen. Die Arbeit im Team hat mir viel Freude bereitet.
Aber auch die Gemeinschaft mit den Schwestern bei den Andachten, Bibelstunden und Mahlzeiten hat gut getan. Meiner Meinung nach ist es sinnvoll und wichtig, sich Zeiten der Stille und der Gemeinschaft mit Gott festzulegen. Im Alltag ist das jedoch oft schwierig umzusetzen. Ich finde es deswegen genial, dass die Diakonissen sich Zeiten festlegen, die nur für Gott reserviert sind. In jedem Falle hat die Woche meine Entscheidung bestärkt, ab September mein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Hebronschwestern zu verbringen.
Luise Matthes, 18 Jahre
Mit großer Offenheit und Güte wurde ich im Januar 2011 im Mutterhaus Hebron empfangen, wo ich mich von Anfang an geborgen fühlte. Ich habe die Gemeinschaft mit den Schwestern gesucht, um ein wenig zur Ruhe zu kommen, mich stärker auf das Wesentliche zu konzentrieren und mehr Raum und Zeit zum Glauben zu finden. All das hat mir die Woche des Mitlebens beschert und ich bin dafür dankbar. Bisher ist es mir ganz gut gelungen, einiges von dem, was ich erlebt, erfahren und erkannt habe, in meinen Alltag mitzunehmen.
Kirstin, 29 Jahre
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Projekt: Mitleben individuell
Schritte wagen im Vertrauen auf einen guten Weg …
Auszeiten eröffnen dem eigenen Dasein ein Stück Lebensqualität. Ein heilsamer Abstand zum gewohnten Erleben lässt neue Perspektiven entstehen. Genau das war mein Wunsch, der eigenen Lebensweise wieder eine Richtung geben. Jedoch sollte das nicht irgendwo geschehen, sondern an einem Ort, wo Menschen im Glauben tief verwurzelt sind und das Leben gemeinsam teilen.
Im Diakonissenmutterhaus standen die Türen zum Mitleben offen. Deshalb zog ich für ein paar Monate zu den dort lebenden Schwestern. Nach einer kurzen Zeit des Kennenlernens konnte ich durch einen tieferen Einblick etwas mehr von dem Miteinander dieser Menschen erfahren. Mit einem einfachen Lebensstil und durch regelmäßige Tageszeiten, in denen geistliche Impulse ihren Platz haben, wurde für mich in besonderer Weise ihre tragfähige Gemeinschaft spürbar.
Das Zusammensein von mehreren Generationen von Frauen unter einem Dach macht solch ein Haus lebendig. Es ist gleichsam faszinierend und herausfordernd, seinen Mitmenschen in aller Fürsorge und Nächstenliebe zu begegnen und sich auch noch gegenseitig einen persönlichen Lebensraum zu gewähren. Ebenso das, was jeden Einzelnen in seiner persönlichen Vielfalt und mit seiner jeweiligen Gottesbeziehung braucht, um gemeinsam zu einem Ganzen zu werden. Das Wesentliche in den Blick nehmen, Gottvertrauen wagen, Freude erleben, in Gottes Ebenbild hineinwachsen, Glaubenswege kreativ gestalten, alte Traditionen bewahren, Trost schenken, ein Licht anzünden, wachsam sein für Gottes Handeln, all das wurde für mich innerhalb dieser Schwesternschaft erfahrbar.
Mein persönlicher Alltag gestaltete sich ganz unterschiedlich. Es gab zunächst die Gelegenheit, morgens für ein paar Stunden in der Wäscherei mitzuarbeiten. Die restliche Zeit des Tages hatte ich zur freien Verfügung. Außerdem konnte ich die Möglichkeit nutzen, in zusätzlichen Gesprächen, den eigenen Lebensfragen intensiver auf den Grund zu gehen.
Rückblickend betrachtet empfinde ich, dass es in dieser Zeit viele schöne und wertvolle Erlebnisse gab. Neben dem Unterwegssein in der Natur und dem Gestalten von eigenem Freiraum waren es vor allem die Beziehungen zu den Menschen und die Begegnungen mit Gott selbst, die mein Leben bereichert haben. Die eigenen Grenzen weiter stecken, sich einem Anderen überlassen, Gottes Worte auf eine neue Weise begreifen lernen und einfach zusammen fröhlich sein sind Momente, in denen Gott sich offenbart und die bedeutsam für den weiteren Lebensweg sind. Ich bin froh und dankbar für diese Gemeinschaft, die etwas von der Schönheit Gottes und von einer lebensbejahenden Kraft ausstrahlt.
Es lohnt sich, bei den Schwestern reinzuschauen und eine gewisse Zeit mitzuleben. Wenn Sie sich auf den Weg machen, werden Sie über Gottes Gegenwart und über eine Gastfreundschaft der besonderen Art staunen.
„Die Glaubenswirklichkeit kann man nur erproben, indem man sich auf sie einlässt“ (Carl Friedrich von Weizsäcker).
Claudia Groll


